Sven Kroner: Consolation, 2020, Acryl auf Leinwand, 150 x 200 cm, Sammlung Glampe, (c) Wendelin Bottländer, Düsseldorf



Sven Kroner
Chroma
Malerei
22. September bis 13. November 2022
Eröffnung Mittwoch, 21. September 2022, um 19.00 Uhr


Rückwirkend für das Jahr 2021 erhält Sven Kroner den Karl Ernst Osthaus-Preis der Stadt Hagen. Damit wird sein herausragender Beitrag zu einer figürlichen Malerei gewürdigt, die sich mit den Mitteln des Realismus dem Menschen und seiner Lebenswelt zuwendet.

In seiner differenzierten und aufs Wesentliche konzentrierten, von den tonalen Abstufungen des Landschaftlichen im Wechsel des Tageslichts erfüllten Malerei dreht sich alles um die Spuren, die der Mensch in der urbanen Umgebung und in der Natur hinterlässt. Der Mensch ist in seinen sozialen Beziehungen wiedergegeben und auch dann zugegen, wenn er selbst nicht in Erscheinung tritt. Zu sehen sind die Monotonie stereotyper Häuser und Häuserzeilen sowie Zustände des Landschaftlichen. Kroner schildert den Nachhall von Naturkatastrophen und Umweltzerstörungen. Ein Leitmotiv ist unsere Mobilität mit ihrer Technisierung. Reich an kunsthistorischen Anspielungen inszeniert er atmosphärisch dichte Szenarien, wahrgenommen aus überraschenden, panoramatisch überschauenden Ansichten, die uns als Betrachter direkt einbeziehen. In Verbindung mit einer komplexen Licht- und Schattenführung führt dies in neueren Bildern zu einer Theatralik, bei der Innen- und Außenraum verschränkt sind: Unklar wird, was Modellarchitektur und was unmittelbar empfundene Natur ist. Befragt wird in diesen Bildern noch die Rolle und Verantwortung des Mediums der Malerei.

Nach Volker Stelzmann (2015), Heike Kati Barath (2017) und Pia Stadtbäumer (2019) ist er der vierte Preisträger des neu aufgelegten Karl Ernst Osthaus-Preises.
Thomas Hirsch



Sven Kroner wurde 1973 in Kempten im Allgäu geboren. Er hat an der Kunstakademie Düsseldorf in der Malklasse von Dieter Krieg studiert. Er hatte Lehraufträge/Gastprofessuren an der Hogeschool voor de Kunsten Arnhem und der Bauhaus Universität in Weimar inne. Einzelausstellungen fanden u.a. im Museum Bensheim (2020), in der Overbeck-Gesellschaft Lübeck (2016), im Stedelijk Museum Kampen/NL (2016) und der Kunsthalle Darmstadt (2002) statt. Kroner wird von den Galerien Fons Welters in Amsterdam und Jochen Hempel in Leipzig vertreten. Er lebt und arbeitet in Neuss.



Sven Kroner: Im Treppenhaus, 2018, Acryl auf Leinwand, 200 x 160 cm, Privatsammlung Rheinland-Pfalz, (c) Wendelin Bottländer, Düsseldorf




Sven Kroner: Der Mond, 2018, Acryl auf Leinwand, 150 x 200 cm, Sammlung Glampe, (c) Wendelin Bottländer, Düsseldorf