JUNGES MUSEUM
 
STADTSPÄHER. BAUKULTUR IN SCHULE UND UNIVERSITÄT
 
03. JUNI  BIS 30. SEPTEMBER  2012

Ein ganzer Schwarm von Stadtspähern hat ein Jahr lang Architektur und Baukultur in Hagen erkundet und dokumentiert: Zu den Stadtspähern gehören 170 Hagener Schülerinnen und Schüler und insgesamt mehr als 120 Studierende, Lehrerinnen und Lehrer sowie Professorinnen und Professoren der Technischen Universität Dortmund.

Vor Bildern kann man die Augen verschließen, bei Musik die Ohren zuhalten. Doch Architektur kann man nicht ausweichen. Baukultur bestimmt unser Leben in allen Facetten. Umso irritierender ist es, dass baukulturelle Bildung in den Bildungsplänen der Schulen nicht systematisch verankert ist. Um aus dieser Idee heraus eine Veränderung zu ermöglichen, hat die Wüstenrot Stiftung das Lehrangebot »Baukultur – gebaute Umwelt. Curriculare Bausteine für den Unterricht« vorgelegt.

Ein Grundgedanke dieses Lehrangebots: »Gebaute Umwelt macht soziale, politische und historische Strukturen sichtbar. Die Fähigkeit, bedeutende Phänomene der Gegenwart und die Reichweite der Vergangenheit in der gebauten Umwelt wahrzunehmen und zu deuten, muss wie alle Fähigkeiten, die den Menschen als mündigen Bürger am kulturellen wie gesellschaftlich-politischen Leben teilhaben lassen, geschult werden.« Mit dem Stadtspäher-Projekt werden seit Sommer 2011 verschiedene Lehrbausteine der Baukultur- Initiative erprobt – und das in verschiedenen Schultypen und Altersstufen. Mehr noch: Es bringt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer mit Lehramtsstudierenden zusammen. Geleitet wird es von Prof. Dr. Klaus-Peter Busse und Prof. Dr. Barbara Welzel vom Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund, das sich mit drei weiteren Lehrenden beteiligt hat.

Die Stadtspäher waren überall, wo es architektonisch spannend ist: in der Schule, in der Universität, unterwegs in ihrer Stadt, auf Reisen. Sie erforschten Bauten. Und sie erkundeten sie künstlerisch, sie zeichneten und fotografierten vor Ort. Viele der Stadtspäher haben sich in interessanten Gebäuden in Hagen getroffen und diese wissenschaftlich und künstlerisch untersucht: etwa das Kunstquartier, den Hohenhof, die Stirnbandsiedlung, die Arbeitersiedlung im Hagener Wasserlosen Tal und das Krematorium.

Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulstufen und Schulformen haben zusammen mit Studierenden gearbeitet. Lehrerinnen und Lehrer haben mit Lehrenden von der Universität nachgedacht und sich ausgetauscht. Die Verschiedenheit und Vielfalt der Stadtspäher hat das Projekt bereichert.

Am Anfang des Projekts hatte jede Stadtspäherin und jeder Stadtspäher ein Arbeitsbuch erhalten. Daraus sind die Stadtspäher-Bücher geworden, die nun zusammen mit Fotos der Arbeitsprozesse ausgestellt werden. Sie dokumentieren das Projekt und stiften zu eigenen Erkundungen und weiteren Unterrichtsprojekten an.

Hintergrund:
Das Projekt Stadtspäher ist eine Initiative der Wüstenrot Stiftung und wird gemeinsam mit dem Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft an der Technischen Universität Dortmund durchgeführt. Zu den Kooperationspartnern zählen zudem das Kunstquartier Hagen und vier Hagener Schulen: Die Hauptschule am Remberg, die Gesamtschule Haspe, das Albrecht-Dürer-Gymnasium und das Christian-Rohlfs-Gymnasium.

Entwickelt wurde das Lehrangebot in Zusammenarbeit mit Pädagoginnen und Pädagogen, Kommunikationsexperten und Fachleuten aus der Baukultur. Es bietet Materialien für zwölf schulische Fächer mit unterschiedlichen Anforderungen sowohl für die Grundschule als auch für die Sekundarstufen I und II und mit fachübergreifendem und -verbindendem Grundkonzept.

 Download: Führungen

Stadtspäher der Gesamtschule Haspe mit Arbeitsbuch, Foto: Stadtspäher-Team
Stadtspäher der Gesamtschule Haspe mit Arbeitsbuch, Foto: Stadtspäher-Team