Kammerkonzert und
 
Kurzführung
 
21. Februar 2010
 
11.00 Uhr


 
Das Kunstwerk

Lyonel Feininger: Vom erfolgreichen Karikaturisten zum unbekannten Maler
Kurzführung im Osthaus Museum Hagen zum 6. Kammerkonzert:
Es führte die Kunsthistorikerin Saskia Lipps.

Die Führung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des karl ernst osthaus bundes .


„Meine ersten Bilder waren, nachdem ich im April 1907
mit Öl begonnen hatte, Karikaturen“ (Lyonel Feiniger)

Lyonel Feininger (1871-1956), Sohn eines Violinisten und einer Sängerin, prägt mit seinen Architekturbildern gläserner, thüringischer Kirchen und Städtchen sowie seinen poetischen Seestücken maßgeblich die Malerei des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt, aber nicht unbedeutend, ist Feiningers Erfolg (ab 1889) als Karikaturist in der nationalen und internationalen Presse. Auf dem Höhepunkt dieser Karriere beginnt sich der zu diesem Zeitpunkt bereits sechsunddreißigjährige Künstler der Malerei zu widmen. Den Aufbruch in die Ölmalerei beschreibt der Bauhaus-Meister später: „Meine ersten Bilder waren, nachdem ich im April 1907 mit Öl begonnen hatte, Karikaturen in flachen, dekorativen Flecken, nach meinen Zeichnungen mit solchen phantastischen Darstellungen.“
Aus dieser frühen figürlichen Schaffensperiode (1907-1911) Feiningers stammt das 1908 gemalte Hafenbild „Am Quai“. Das erste aus einer Reihe von Hafen- und Seebildern, in dem der Maler das verwirklicht, was ihm zunächst am schwersten erscheint, ein Bild nicht zeichnerisch, sondern ganz aus Farben aufzubauen. Feininger selber resümierte diesen Anfang seiner Malerei später: „mein Ideal war, Bilder aus farbigen Silhouetten aufzubauen. Ungefähr so wie […] Scherenschnitte. Licht und Schatten und was auch immer für atmosphärische Wirkungen, die man in ein Bild einbauen kann, werden allein nie das Ziel der Malerei, das auf Raumbeziehungen basiert, erreichen.“ Im Gemälde „Am Quai“ erscheinen Figuren, Objekte und Architektur als ausgeschnittene Silhouetten, die Feininger in groß und in klein, nah und fern, gerade und krumm, innerhalb einer dynamischen Räumlichkeit in Szene setzt. Trotz der Flächigkeit in der Komposition erzeugt er durch die Verzerrung von Perspektiven, die Überlagerung von Figuren sowie die Kombination von Unter- und Aufsicht den Anschein von Bewegung, der durch den „papageienhaften Tropen - Kolorismus“ verstärkt wird.
Feininger gelingt hier die bildnerische Befreiung zur Farbflächenmalerei und quasi filmischen Bewegtheit der Figuren zu einem aktiven Spiel-Raum hin, in dem Dynamik und Statik, Raum und Raumlosigkeit, Zeit und Zeitlosigkeit miteinander kollidieren. Das Gemälde ist Dokument seines radikalen neuen Ansatzes und gibt zugleich einen Hinweis auf Feiningers frühe Existenz als erfolgreicher Karikaturist.



 
Das Kammerkonzert

Karikatur und Kapriolen


Mit:
Beate Sobiesinsky-Brandt - Flöte
Rebecca Raabe-Bröckel – Oboe, Englischhorn
Ute Blaumer – Harfe
Roland Vieweg – Klavier

Programm:
Werke von Génin, Pasculli, Chopin, Salzedo, Spohr, Demersseman/Berthélemy

Eine Musik, die „neben dem Tee […] von der schönen Welt so ganz gemütlich wie jender eingenommen wird“, eine solche Musik ist die Salonmusik, so E. T. A. Hoffmann. Sie glänzt durch Effekt und Melodienseligkeit – und durch Virtuosität: Génin und Demersseman waren berühmte Flötisten, Pasculli ein hervorragender Oboist und Salzedo ein Harfenvirtuose.


Pressestelle des Theaters Hagen

 Link zum Theater Hagen