Kammerkonzert und
 
Kurzführung
 
Veranstaltung am 17. Januar 2010

 
Das Kunstwerk

Kurzführung im Osthaus Museum Hagen zum 5. Kammerkonzert:
Alexej von Jawlensky: Barbarenfürstin

5. Kammerkonzert:
Ad Astra: Peter I. Tschaikowsky: Klaviertrio op. 50 a-Moll "Dem Andenken eines großen Künstlers" im Auditorium des Kunstquartiers am Museumsplatz 1

17. Januar 2010 – 11 Uhr


Es führte die Kunsthistorikerin Saskia Lipps.

Die Führung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des karl ernst osthaus bundes .

"Im Gesicht offenbart sich der Kosmos." (A. Jawlensky)

Kosmische Dimensionen und die alles bestimmenden Kräfte und Gesetzmäßigkeiten, die sich, für das menschliche Auge unsichtbar, hinter den Erscheinungen der Realität verbergen, waren das große Thema der Kunst des "Blauen Reiters". Alexej von Jawlensky (1865-1941), Mitglied der Künstlervereinigung, gehört zu den großen russischen Malern, der die avantgardistische Kunst des 20. Jahrhunderts in Deutschland mit seiner expressionistischen Malerei maßgeblich prägte.

Die Kurzführung zum 5. Kammerkonzert hatte das von Jawlensky 1912 gemalte Porträt "Mädchenkopf mit rotem Turban und gelber Agraffe” oder “Barbarenfürstin" zum Thema. Obschon es auf das Vorbild seiner Lebensgefährtin Helene Nesnakomoff (1885-1965) zurück geht, zeigt es kein Portrait im Sinne eines Abbildes. Kopf, Gesicht und Kopfschmuck sind auf einfachste Form reduziert, starke Kontraste und kräftige Farben bestimmen den Gesamteindruck.

Das Gemälde gehört zu einer Folge von Werken aus den Jahren 1911 bis 1913, in der sich Jawlensky dem Figurenbild mit besonderer Betonung des Gesichts widmete. Er schuf monumentale farbenprächtige Köpfe umgeben von dunklen Konturen, die fast vollständig das annähernd quadratische Bildformat einnehmen. Das zentrale Motiv Gesicht entwickelte der Künstler zu einer zeitlosen und allgemeingültigen Chiffre menschlicher Existenz, in ihm offenbart sich der Kosmos.


 
Das Kammerkonzert

Peter I. Tschaikowsky: Klaviertrio op. 50 a-Moll
"Dem Andenken eines großen Künstlers"

Mit:
Kiyondo Ishizaka, Violine
Isabell Martin, Violoncello
Volker Krafft, Klavier

Von Dezember 1881 bis Februar 1882 schrieb Peter Tschaikowsky auf Anregung seiner Mäzenin Nadeshda von Meck sein großangelegtes einziges Klaviertrio. Wie in einem Konzert der Völker trifft hier russische Seele auf von Beethoven inspirierte Durchführungs- und Variationstechniken und auf Bachsche Kontrapunktik.

Der erste Satz - Pezzo elegiaco - ist ein weitausschweifender Klagegesang. Ihm folgt ein Variationensatz, der geradezu einem Streifzug durch die Errungenschaften der Musikgeschichte gleicht - ein Walzer kontrastiert eine slawische Volksweise, eine strenge Fuge erklingt neben einer verspielten Mazurka. Tschaikowsky widmete sein Werk "Dem Andenken eines großen Künstlers" - seinem kürzlich verstorbenen Lehrer Nikolai Rubinstein, dem er damit ein eindrückliches Denkmal setzte.

Pressestelle des Theaters Hagen

 Link zum Theater Hagen


Musiker des 5. Kammerkonzerts, Fotografie: Theater Hagen